亡失流転のソリスト -Solitude of Astigmatism- · Solitude of the Astigmatism: Entangled Sheep
Erstausstrahlung2018-05-10
WeltlinieBeta-Attraktorfeld
Divergenz>1.000000
RegieKenichi Kawamura
DrehbuchJukki Hanada
Okabe begegnet Moeka Kiryu und überwindet mühsam seine irrationale Angst. Dann wird das vermisste Mädchen Kagari gefunden, und was Okabe sieht, trifft ihn mit voller Wucht: Sie sieht aus wie Kurisu.
Zusammenfassung
Daru hat Moeka Kiryu gebeten, bei der Suche nach dem vermissten Mädchen zu helfen, weil sie Kontakte in Kreisen hat, zu denen normale Menschen keinen Zugang haben. Okabe muss sich überwinden, überhaupt in einem Raum mit ihr zu sein. Er erkennt intellektuell, dass diese Moeka nicht die SERN-Agentin ist, die Mayuri in anderen Weltlinien getötet hat. Emotional spielt das keine Rolle. Der Reading Steiner lässt keine saubere Trennung zwischen Weltlinien zu.
Moeka tritt auf und ist tatsächlich verändert: ruhiger, weniger mechanisch, offensichtlich nicht mehr unter SERNs Einfluss. Sie berichtet, was sie herausgefunden hat: Das Mädchen ist aufgetaucht, aber die Suche nach ihm hat eine beunruhigende Nebenerkenntnis gebracht. Eine andere, unbekannte Gruppe sucht ebenfalls nach dem Mädchen. Wer diese Gruppe ist und warum sie das Kind will, ist unklar, aber das Informationsmuster deutet auf gut organisierte, möglicherweise staatliche Akteure hin.
Maho ist in der Zwischenzeit aus dem Universitätslabor aufgebrochen und zu Okabe gereist. Sie ist beunruhigt über seinen Zustand und bietet an, seine Rolle als Amadeus-Tester zu beenden, wenn das die bessere Entscheidung ist. Es ist ein ungewöhnliches Angebot: Das Projekt ist für Maho wissenschaftlich wichtig, aber sie priorisiert offensichtlich Okabes psychisches Wohlbefinden höher. Okabe lehnt das Angebot ab. Er will Amadeus weiter nutzen, auch wenn er selbst nicht klar benennen kann, warum.
Ruka Urushibara kontaktiert Okabe mit einer Spur: Okabes Vater Okabe Keichi beherbergt in seinem Gasthaus eine junge Frau, die offensichtlich Hilfe braucht. Okabe und Mayuri fahren hin. Was sie vorfinden, ist ein Mädchen Ende zwanzig, das unter Amnesie leidet. Sie kann ihren eigenen Namen nicht nennen. Sie kann keine Angaben zu ihrer Herkunft machen. Sie hat Narben. Sie scheint traumatisiert.
Und sie sieht aus wie Kurisu Makise.
Okabe ist wie vom Donner gerührt. Die Ähnlichkeit ist nicht oberflächlich, sie ist tief: Gesichtsstruktur, Körperbau, sogar die Haltung. Dann sieht Kagari Mayuri. Etwas in ihr reagiert. Für einen kurzen Moment scheint die Amnesie zu brechen, als würden Erinnerungen versuchen, durch eine verschlossene Tür zu stoßen. Dann bricht Kagari bewusstlos zusammen. Okabe steht am Rand des Verstehens, aber das Bild ist noch zu bruchstückhaft. Die Episode endet hier.
Schluesselszenen
Okabes erste direkte Begegnung mit Moeka Kiryu in dieser Zeitlinie: Körperliche Angstreaktion trotz intellektuellen Wissens.
Moekas Bericht: Eine unbekannte Gruppe sucht das Mädchen, was den Einsatz sofort erhöht.
Mahos Angebot, den Amadeus-Testzugang zu beenden: Erster Moment echter Fürsorge zwischen ihr und Okabe.
Erste Begegnung mit der erwachsenen Kagari: Okabe und Mayuri stehen vor einem Mädchen ohne Erinnerung, das Kurisu täuschend ähnlich sieht.
Kagari kollabiert beim Anblick von Mayuri: Der Moment, der enthüllt, dass Erinnerungen implantiert wurden.
Zeitreise- und Weltlinien-Mechanik dieser Folge
Kagaris Kollaps beim Anblick von Mayuri ist das Ergebnis einer kognitiven Kollision: Kurisus Erinnerungen wurden in Kagaris Gehirn implantiert, ohne dass Kagari je Kontrolle darüber hatte oder davon wusste. Diese implantierten Erinnerungen kennen Mayuri Shiina, weil die echte Kurisu Mayuri kannte und mit ihr interagiert hat. Als Kagaris Gehirn Mayuri sieht, aktivieren sich diese fremden Erinnerungsmuster. Das auslösende Muster kollidiert mit Kagaris eigenem Bewusstsein, oder dem, was davon noch übrig ist, und das Ergebnis ist neurologischer Kollaps. Das ist keine magische Reaktion, sondern eine mechanistische: Zwei inkompatible Gedächtnissysteme laufen gleichzeitig und überwältigen die verfügbare kognitive Kapazität. Diese Technik, das Implantieren von Persönlichkeitsmustern in ein fremdes Gehirn, ist die dunkle Weiterentwicklung dessen, was das Amadeus-Projekt offiziell demonstriert. Leskinen hat die Forschung in eine Waffe verwandelt.
Vorausdeutungen und Aufloesungen
Die unbekannte Gruppe, die nach Kagari sucht, wird später als mit Leskinen verbundene Organisation identifiziert.
Kagaris Kollaps beim Anblick von Mayuri ist der erste implizite Beweis, dass Kurisus Erinnerungen in ihr implantiert wurden.
Maekas Bereitschaft zur Zusammenarbeit trotz Okabes offensichtlicher Abneigung deutet auf ihre Rehabilitation nach dem Alpha-Weltlinien-Trauma hin.
Okabes Weigerung, den Amadeus-Zugang aufzugeben, zeigt, dass er beginnt, Amadeus als eigenständige Person zu behandeln, nicht nur als Forschungsobjekt.
Bezuege im Steins;Gate-Universum
Ruka Urushibara tritt als Verbindungsglied auf: In der Original-Serie war Ruka intensiv in die Zeitmaschinen-Experimente involviert.
Okabes Vater Keichi taucht als Gastgeber für Kagari auf, eine stille Referenz auf Okabes familiären Hintergrund, über den in der Original-Serie wenig gesagt wird.
Die Ähnlichkeit zwischen Kagari und Kurisu spiegelt ein älteres Motiv wider: Im Steins;Gate-Universum haben manche Figuren Doppelgänger über Zeitebenen hinweg.
Episode
Tiefenanalyse und Fakten
Kagaris Kollaps: Implantierte Erinnerungen als neurologische Waffe
Technische und dramatische Erklärung von Kagaris Reaktion auf Mayuri.
Der Moment, in dem Kagari Mayuri sieht und zusammenbricht, ist der erste implizite Beweis für das, was Leskinen getan hat. Kurisus Erinnerungen wurden in Kagaris Gehirn implantiert, ohne dass Kagari davon wusste oder ihre Zustimmung gegeben hätte. Diese implantierten Erinnerungen enthalten Mayuri Shiina als bekannte Person, weil die echte Kurisu Mayuri kannte. Als Kagaris Gehirn das Gesicht von Mayuri registriert, aktiviert es die implantierten Muster und versucht gleichzeitig, diese mit Kagaris eigenem Bewusstsein oder dem, was davon noch übrig ist, zu koordinieren. Das ist ein neurologischer Konflikt: Zwei inkompatible Erinnerungssysteme laufen parallel. Das System überlastet sich selbst und das Ergebnis ist Bewusstlosigkeit. Die Technik ist die dunkle Seite des Amadeus-Projekts, eine Militarisierung der Persönlichkeitsdigitalisierung, bei der das Ziel nicht eine KI-Simulation ist, sondern ein menschlicher Körper als Träger.
Moeka Kiryu: Eine andere Person auf einer anderen Weltlinie
Wie Moekas Darstellung in Steins;Gate 0 zeigt, was Attraktorfelder mit Menschen machen.
Moeka Kiryu ist in Episode 5 eine ruhige, professionelle Informantin. Sie liefert korrekte Informationen, kooperiert ohne erkennbares Eigeninteresse und zeigt keine der beunruhigenden Eigenschaften, die Okabe aus anderen Weltlinien kennt. Das liegt an einem fundamentalen Unterschied: Auf der Alpha-Weltlinie wurde Moeka von SERN rekrutiert und als Rounder eingesetzt, einem Schläferagenten-Netzwerk. Auf der Beta-Weltlinie verlief ihr Leben anders. Sie ist nicht SERNs Werkzeug. Die Person, die Okabe fürchtet, existiert hier nicht. Was Steins;Gate 0 damit zeigt, ist das Wesen der Attraktorfelder: Das Schicksal der Weltlinie ist determiniert, aber die einzelnen Menschen sind es nicht. Okabe muss lernen, zwischen dem zu unterscheiden, was er weiß, und dem, was hier gilt. Das ist eine der schwierigsten Anforderungen, die der Reading Steiner an ihn stellt.
Mahos Angebot: Vertrauen als erster Schritt
Was Mahos Angebot, den Amadeus-Zugang zu beenden, über ihre Beziehung zu Okabe aussagt.
Mahos Angebot in Episode 5, Okabes Rolle als Amadeus-Tester zu beenden, wenn das die bessere Entscheidung ist, ist ungewöhnlich großzügig. Das Projekt ist für sie wissenschaftlich bedeutsam, es ist der Kern ihrer Forschung und Leskinens Programm. Einen Tester zu verlieren, der direkte persönliche Verbindung zur Vorlage hat, ist ein erheblicher Verlust für das Projekt. Dass Maho das trotzdem anbietet, zeigt, dass sie begonnen hat, Okabe nicht nur als Versuchsperson zu sehen, sondern als Person. Es ist auch ein Test: Sie will wissen, was ihm wirklich wichtig ist. Seine Ablehnung des Angebots sagt ihr viel: Er kann nicht loslassen, aber er weiß, dass er weitermachen muss. Das ist der Beginn einer Vertrauensbeziehung, die sich über die restliche Serie entwickeln wird.
Die Ähnlichkeit zwischen Kagari und Kurisu: Zufall oder Konstruktion?
Analyse der visuellen und charakterlichen Ähnlichkeiten und was sie bedeuten könnten.
Kagaris Ähnlichkeit mit Kurisu ist keine genetische Verwandtschaft. Sie ist das Ergebnis von Leskinens Experimenten, bei denen Kurisus Persönlichkeitsmuster und möglicherweise auch Verhaltensweisen in Kagari implantiert wurden. Das Gehirn formt den Körper mit der Zeit: Jemand, der mit den Erinnerungen, Gewohnheiten und Reaktionsmustern einer anderen Person aufwächst, kann sogar in Mimik und Körperhaltung dieser Person ähneln. Das ist ein langfristiger Konditionierungseffekt. Was Okabe sieht, ist keine Kurisu, aber die Spuren von Kurisu auf einem anderen Menschen. Das ist gleichzeitig verstörend und traurig: Es bedeutet, dass jemand Kagaris Leben und Identität für ein Experiment verbraucht hat.
Kagari kollabiert beim Anblick von Mayuri, weil in ihr implantierte Kurisus Erinnerungen mit ihrem eigenen Bewusstsein kollidieren.
Dies ist die erste vollständige Enthüllung, dass Kagaris Amnesie nicht natürlichen Ursprungs ist, sondern das Ergebnis einer Überschreibung durch fremde Erinnerungsmuster. Die Kollision beim Anblick von Mayuri, die in Kurisus Erinnerungen vorkommt, ist der Auslöser.
Leskinen ist der Hauptverantwortliche für Kagaris Konditionierung und für die Implantation von Kurisus Erinnerungen in ihr Gehirn.
Dies wird in der späteren Serie explizit enthüllt. Leskinens freundliche Fassade verbirgt ein Forschungsprogramm, das weit über die legitimierten Amadeus-Experimente hinausgeht.
Eine unbekannte Gruppe sucht aktiv nach Kagari, was Moekas Nachforschungen ergeben.
Moekas Bericht enthüllt, dass das Labor nicht die einzige Partei ist, die nach Kagari sucht. Diese unbekannte Gruppe hat Ressourcen und Organisation, die auf staatliche oder para-staatliche Akteure hindeuten.
Maho bietet Okabe an, seinen Amadeus-Tester-Zugang zu beenden, und stellt damit ihre Fürsorge über das Projekt.
Dieses Angebot ist charakterdefinierend für Maho: Sie ist in erster Linie Wissenschaftlerin, aber sie erkennt, dass Okabe als Person wichtiger ist als das Forschungsziel. Okabe lehnt das Angebot ab.
Kagaris Ähnlichkeit mit Kurisu ist auf die Langzeitwirkung implantierter Erinnerungen auf Körperhaltung und Mimik zurückzuführen, nicht auf genetische Verwandtschaft.
Das ist eine Schlussfolgerung aus dem Gesamtplot der Serie. Kagari ist nicht Kurisus Klon oder Verwandte. Die Ähnlichkeit ist das Ergebnis von Leskinens Experimenten und der Prägung durch fremde Erinnerungsmuster über Jahre.
Der Titel 'Astigmatismus' ist ein Sehfehler, bei dem Lichtstrahlen nicht in einem Punkt fokussiert werden. Das ist eine Metapher für Okabes verzerrte Wahrnehmung: Er sieht Kagari, aber sieht gleichzeitig Kurisu, und sein Gehirn kann beides nicht sauber trennen.
Moekas Szenen in dieser Episode wurden gegenüber der Visual Novel stark erweitert, da die ursprüngliche Route ihren Charakter weniger detailliert ausarbeitet.
Die Entscheidung, Kagaris Gesicht erst spät und nie vollständig zu zeigen, ist bewusste Inszenierung: Der Schock soll für Okabe und den Zuschauer gleichzeitig eintreten.
Jukki Hanada gab in einem Produktions-Interview an, die 'Verflochtenen Schafe' des Titels verwiesen sowohl auf Kagari und Kurisu, deren Erinnerungen verflochten sind, als auch auf Okabe und Amadeus, die eine unmögliche Verbindung teilen.