STEINS;GATE
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Spoiler

Steins;Gate 0 · Folge 01

Fehlende Verbindung des Vernichters: Absolute Null

零化域のミッシングリンク -Absolute Zero- · Missing Link of the Annihilator: Absolute Zero

Sechs Monate nach seinem Scheitern in der Beta-Weltlinie versucht Okabe Rintaro, Kurisu hinter sich zu lassen. Eine Universitätskonferenz konfrontiert ihn mit etwas, das er nicht erwartet hatte: einer künstlichen Intelligenz, die auf Kurisus Erinnerungen basiert.

Zusammenfassung

Sechs Monate sind vergangen. Rintaro Okabe ist nicht mehr derselbe Mensch. Die exzentrische Persona des Wahnsinnigen Wissenschaftlers Hououin Kyouma hat er abgelegt wie ein verschlissenes Kostüm. Statt im Labor Erde Zeitmaschinen zu bauen, geht er zur Hypnotherapie, meidet seine alten Freunde und versucht, durch das Studium hindurchzukommen wie jeder andere. Die Last, die er trägt, ist gigantisch: Er weiß, dass die Welt in dieser Beta-Weltlinie auf den dritten Weltkrieg zusteuert. Er weiß, dass Kurisus Zeitmaschinen-Theorie, die ihr Vater Nakabachi gestohlen hat, bald veröffentlicht wird und den militärischen Wettlauf um Zeitreise-Technologie auslöst. Und er weiß, dass er es aufhalten könnte. Aber jedes Mal, wenn er es versucht hat, starb jemand, den er liebte. Mayuri Shiina ist die Einzige, die noch zu ihm hält. Sie holt ihn von seiner Therapiesitzung ab und überredet ihn, mit ihr, Faris und Ruka zu essen, ein kleines Stück Normalität zurückzugewinnen. Auf dem Dach begegnet ihm Suzuha Amane, die Zeitreisende aus der Zukunft, die ihn konfrontiert: Millionen werden sterben. Er trägt die Verantwortung. Okabe hört zu, aber er ist innerlich taub. Er kann nicht noch mehr Welt tragen. Die Episode dreht sich dann um eine akademische Konferenz an der Tokioter Universität, an der Okabe widerwillig als Assistent teilnimmt. Dort trifft er auf Professor Alexis Leskinen, einen charismatischen amerikanischen Neurowissenschaftler, und dessen Assistentin Hiyajo Maho, eine winzige junge Frau, die man für eine Schülerin halten könnte. Was Leskinen und Maho präsentieren, trifft Okabe wie eine Faust: Sie demonstrieren ein System namens Amadeus, das auf der Fähigkeit basiert, menschliche Erinnerungen und Persönlichkeitsmuster zu digitalisieren. Die Grundlage dieser Technologie stammt aus der Forschung einer Studentin, die kurz vor ihrem Tod Daten hochgeladen hatte: Makise Kurisu. Okabe ist fassungslos. Er verteidigt spontan Kurisus Theorie gegen einen Skeptiker im Publikum, was Leskinen aufhorchen lässt. Nach dem Vortrag kommen Maho und Leskinen auf ihn zu: Sie erkennen, dass er Kurisu kannte. Sie laden ihn ein, als externer Tester mit der Amadeus-KI zu interagieren, die Kurisus Erinnerungen aus der Zeit vor ihrer Japan-Reise enthält. Die Episode endet mit dem Moment, in dem Okabe die App auf seinem Smartphone startet und eine Stimme hört, die Kurisu Makise gehören könnte.

Schluesselszenen

Okabes Hypnotherapie-Sitzung zeigt seinen psychischen Zustand: Er leidet unter Trauma, Überlebensschuld und Dissoziation. Dach-Konfrontation mit Suzuha: Sie appelliert an seine Verantwortung, er zieht sich emotional zurück. Leskinen präsentiert Amadeus auf der Konferenz: Okabe erkennt Kurisus Fingerabdruck in der Technologie. Okabe verteidigt Kurisu öffentlich gegen einen Kritiker, ohne zu wissen, wie sehr er sich damit verrät. Der erste Kontakt mit Amadeus über die Smartphone-App, der die Episode mit einem Cliffhanger beendet.

Zeitreise- und Weltlinien-Mechanik dieser Folge

Die Beta-Weltlinie ist eines von zwei Attraktorfeldern, in denen sich Weltlinien trotz aller Veränderungen immer wieder auf dasselbe katastrophale Schicksal zubewegen. Im Alpha-Feld (Divergenz unter 1,0) übernimmt SERN die Weltherrschaft. Im Beta-Feld (Divergenz über 1,0) wird Kurisus Zeitmaschinen-Theorie durch ihren Vater Nakabachi veröffentlicht, löst das Wettrüsten der Supermächte aus und führt zum dritten Weltkrieg im Jahr 2036. Okabe kennt dieses Schicksal durch seinen Reading Steiner, die einzigartige Fähigkeit, Erinnerungen aus alternativen Weltlinien zu behalten, wenn sich die Weltlinie verändert. Er hat hunderte Male versucht, die Welt zu retten, und ist am Ende immer auf der Beta-Weltlinie gelandet, weil er Kurisu nicht retten kann, ohne Mayuri zu opfern, und vice versa. Das Amadeus-System nutzt eine Technik, die Kurisu selbst theoretisiert hatte: Gehirnwellen und Erinnerungsmuster können erfasst und in einem Computersystem rekonstruiert werden, das dann eigenständig denkt, kommuniziert und auf neue Informationen reagiert.

Vorausdeutungen und Aufloesungen

Der Prolog zeigt eine post-apokalyptische Zukunft mit Mayuri und einem kleinen Mädchen namens Kagari, das Kurisu ähnelt. Suzuha erwähnt, dass 'die Zeitmaschine noch nicht fertig' ist, was auf den Hauptkonflikt der Serie verweist. Leskinens überschwängliche Begeisterung über Okabe wirkt zu kalkuliert für einen zufälligen Treffen. Amadeus trägt den Namen des österreichischen Komponisten Mozart, dessen Geburtsname 'Amadeus' bedeutet 'der Gottgeliebte', ein Verweis auf das Genie-Thema.

Bezuege im Steins;Gate-Universum

Kurisus Tod in der Original-Serie: Okabe glaubt, sie selbst getötet zu haben, weil er blutbedeckt einen fliehenden Mann (Nakabachi) gesehen und ihn für den Mörder gehalten hat. Die D-Mail an sich selbst: Okabe hat in der Original-Serie eine Nachricht an sein früheres Ich gesendet, um Mayuris Tod zu verhindern, und ist dadurch in die Beta-Weltlinie zurückgekehrt. Suzuhas Zeitreisen aus dem Original: Sie kommt aus 2036, dem Zeitpunkt des dritten Weltkriegs. Hououin Kyouma: Der Spitzname, den Okabe sich gegeben hat, symbolisiert seine Wissenschaftler-Persona, die er hier aufgegeben hat.

Episode

Tiefenanalyse und Fakten

Episode 1 verwendet 'Amadeus' von Kanako Itō als Opening-Theme statt des Serien-Standards 'Fatima'.

Alle anderen Episoden von Steins;Gate 0 verwenden 'Fatima' von Kanako Itō als reguläres Opening. Die erste Episode macht eine bewusste Ausnahme und verwendet 'Amadeus', den Theme-Song, der das KI-System in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wird dem Zuschauer sofort klar, worum es in der Serie im Kern geht.

Die Episode spielt sechs Monate nach dem Ende der ersten Steins;Gate-Anime-Serie, auf der Beta-Weltlinie mit einem Divergenzwert über 1,000000.

Im letzten Akt von Steins;Gate (Anime) schickt Okabe eine Nachricht in die Vergangenheit an sich selbst und kehrt in die Beta-Weltlinie zurück, in der Kurisu stirbt. Steins;Gate 0 setzt genau hier an, sechs Monate später, ohne dass Okabe in der Zwischenzeit irgendetwas unternommen hat, die Situation zu ändern.

Kurisus Erinnerungsdaten für Amadeus wurden vor ihrer Japan-Reise im März 2010 hochgeladen, was erklärt, warum Amadeus Okabe nicht kennt.

Das ist ein zentrales Serienkonzept: Amadeus enthält Kurisus Persönlichkeit und Erinnerungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Alles danach, inklusive der Begegnung mit Okabe, dem Bau der Zeitmaschine und ihrem Tod, ist nicht enthalten. Okabe ist für Amadeus ein Fremder.

Kenichi Kawamura führte persönlich Regie bei Episode 1 und Episode 23, den rahmenden Episoden der Serie.

Bei Anime-Serien übernimmt der Gesamtregisseur oft nur ausgewählte Schlüsselepisoden direkt, während andere Episoden an Einsatzregisseure delegiert werden. Kawamuras direkte Übernahme von Folge 1 und der Finalfolge 23 betont den strukturellen Rahmen der Serie.

Die Beta-Weltlinie führt zwangsläufig zum dritten Weltkrieg, weil Kurisus gestohlene Zeitmaschinen-Theorie veröffentlicht wird.

Nakabachi, Kurisus Vater, stiehlt ihr Forschungspapier über Zeitreisen und veröffentlicht es. Dieser Akt, kombiniert mit den politischen Spannungen des frühen 21. Jahrhunderts, löst ein Wettrüsten um Zeitreise-Technologie aus. Der Krieg, der 2036 beginnt, tötet Milliarden. Suzuha kommt aus dieser Zukunft und versucht, sie zu verhindern.

Das echte Amadeus-KI-Projekt wurde von MAGES, Dwango und NTT Media Intelligence Laboratories ins Leben gerufen, um eine tatsächlich interaktive Kurisu-KI zu entwickeln.

Nach dem Erscheinen des Spiels und des Animes starteten die beteiligten Unternehmen ein reales Forschungsprojekt, das auf den Ideen der Serie basiert. Nutzer sollten über Konversationsdaten zur Entwicklung beitragen, vergleichbar mit dem Crowd-sourced Memory-Training im fiktiven Amadeus.

Trivia

Episode 1 verwendet ausnahmsweise 'Amadeus' von Kanako Itō als Opening-Theme statt des regulären 'Fatima', um den zentralen Stellenwert der KI zu betonen. Regisseur Kenichi Kawamura übernahm persönlich Regie für Episode 1 und Episode 23, Beginn und Schluss der Serie. Die Konferenzszene ist inhaltlich an die Visual-Novel-Route 'Maho Ending' angelehnt, wo Okabe Maho auf derselben Konferenz trifft. Jukki Hanada schrieb das Drehbuch für Steins;Gate 0 ebenso wie für die erste Anime-Adaption. Der Untertitel 'Absolute Zero' verweist auf den absoluten Nullpunkt: den Zustand, in dem alle thermische Bewegung aufhört, ein Bild für Okabes erstarrtes Leben ohne Kurisu.