Fehlende Verbindung des Vernichters: Absolute Null
零化域のミッシングリンク -Absolute Zero- · Missing Link of the Annihilator: Absolute Zero
Erstausstrahlung2018-04-12
WeltlinieBeta-Attraktorfeld
Divergenz>1.000000
RegieKenichi Kawamura
DrehbuchJukki Hanada
Sechs Monate nach seinem Scheitern in der Beta-Weltlinie versucht Okabe Rintaro, Kurisu hinter sich zu lassen. Eine Universitätskonferenz konfrontiert ihn mit etwas, das er nicht erwartet hatte: einer künstlichen Intelligenz, die auf Kurisus Erinnerungen basiert.
Zusammenfassung
Sechs Monate sind vergangen. Rintaro Okabe ist nicht mehr derselbe Mensch. Die exzentrische Persona des Wahnsinnigen Wissenschaftlers Hououin Kyouma hat er abgelegt wie ein verschlissenes Kostüm. Statt im Labor Erde Zeitmaschinen zu bauen, geht er zur Hypnotherapie, meidet seine alten Freunde und versucht, durch das Studium hindurchzukommen wie jeder andere. Die Last, die er trägt, ist gigantisch: Er weiß, dass die Welt in dieser Beta-Weltlinie auf den dritten Weltkrieg zusteuert. Er weiß, dass Kurisus Zeitmaschinen-Theorie, die ihr Vater Nakabachi gestohlen hat, bald veröffentlicht wird und den militärischen Wettlauf um Zeitreise-Technologie auslöst. Und er weiß, dass er es aufhalten könnte. Aber jedes Mal, wenn er es versucht hat, starb jemand, den er liebte. Mayuri Shiina ist die Einzige, die noch zu ihm hält. Sie holt ihn von seiner Therapiesitzung ab und überredet ihn, mit ihr, Faris und Ruka zu essen, ein kleines Stück Normalität zurückzugewinnen. Auf dem Dach begegnet ihm Suzuha Amane, die Zeitreisende aus der Zukunft, die ihn konfrontiert: Millionen werden sterben. Er trägt die Verantwortung. Okabe hört zu, aber er ist innerlich taub. Er kann nicht noch mehr Welt tragen.
Die Episode dreht sich dann um eine akademische Konferenz an der Tokioter Universität, an der Okabe widerwillig als Assistent teilnimmt. Dort trifft er auf Professor Alexis Leskinen, einen charismatischen amerikanischen Neurowissenschaftler, und dessen Assistentin Hiyajo Maho, eine winzige junge Frau, die man für eine Schülerin halten könnte. Was Leskinen und Maho präsentieren, trifft Okabe wie eine Faust: Sie demonstrieren ein System namens Amadeus, das auf der Fähigkeit basiert, menschliche Erinnerungen und Persönlichkeitsmuster zu digitalisieren. Die Grundlage dieser Technologie stammt aus der Forschung einer Studentin, die kurz vor ihrem Tod Daten hochgeladen hatte: Makise Kurisu.
Okabe ist fassungslos. Er verteidigt spontan Kurisus Theorie gegen einen Skeptiker im Publikum, was Leskinen aufhorchen lässt. Nach dem Vortrag kommen Maho und Leskinen auf ihn zu: Sie erkennen, dass er Kurisu kannte. Sie laden ihn ein, als externer Tester mit der Amadeus-KI zu interagieren, die Kurisus Erinnerungen aus der Zeit vor ihrer Japan-Reise enthält. Die Episode endet mit dem Moment, in dem Okabe die App auf seinem Smartphone startet und eine Stimme hört, die Kurisu Makise gehören könnte.
Schluesselszenen
Okabes Hypnotherapie-Sitzung zeigt seinen psychischen Zustand: Er leidet unter Trauma, Überlebensschuld und Dissoziation.
Dach-Konfrontation mit Suzuha: Sie appelliert an seine Verantwortung, er zieht sich emotional zurück.
Leskinen präsentiert Amadeus auf der Konferenz: Okabe erkennt Kurisus Fingerabdruck in der Technologie.
Okabe verteidigt Kurisu öffentlich gegen einen Kritiker, ohne zu wissen, wie sehr er sich damit verrät.
Der erste Kontakt mit Amadeus über die Smartphone-App, der die Episode mit einem Cliffhanger beendet.
Zeitreise- und Weltlinien-Mechanik dieser Folge
Die Beta-Weltlinie ist eines von zwei Attraktorfeldern, in denen sich Weltlinien trotz aller Veränderungen immer wieder auf dasselbe katastrophale Schicksal zubewegen. Im Alpha-Feld (Divergenz unter 1,0) übernimmt SERN die Weltherrschaft. Im Beta-Feld (Divergenz über 1,0) wird Kurisus Zeitmaschinen-Theorie durch ihren Vater Nakabachi veröffentlicht, löst das Wettrüsten der Supermächte aus und führt zum dritten Weltkrieg im Jahr 2036. Okabe kennt dieses Schicksal durch seinen Reading Steiner, die einzigartige Fähigkeit, Erinnerungen aus alternativen Weltlinien zu behalten, wenn sich die Weltlinie verändert. Er hat hunderte Male versucht, die Welt zu retten, und ist am Ende immer auf der Beta-Weltlinie gelandet, weil er Kurisu nicht retten kann, ohne Mayuri zu opfern, und vice versa. Das Amadeus-System nutzt eine Technik, die Kurisu selbst theoretisiert hatte: Gehirnwellen und Erinnerungsmuster können erfasst und in einem Computersystem rekonstruiert werden, das dann eigenständig denkt, kommuniziert und auf neue Informationen reagiert.
Vorausdeutungen und Aufloesungen
Der Prolog zeigt eine post-apokalyptische Zukunft mit Mayuri und einem kleinen Mädchen namens Kagari, das Kurisu ähnelt.
Suzuha erwähnt, dass 'die Zeitmaschine noch nicht fertig' ist, was auf den Hauptkonflikt der Serie verweist.
Leskinens überschwängliche Begeisterung über Okabe wirkt zu kalkuliert für einen zufälligen Treffen.
Amadeus trägt den Namen des österreichischen Komponisten Mozart, dessen Geburtsname 'Amadeus' bedeutet 'der Gottgeliebte', ein Verweis auf das Genie-Thema.
Bezuege im Steins;Gate-Universum
Kurisus Tod in der Original-Serie: Okabe glaubt, sie selbst getötet zu haben, weil er blutbedeckt einen fliehenden Mann (Nakabachi) gesehen und ihn für den Mörder gehalten hat.
Die D-Mail an sich selbst: Okabe hat in der Original-Serie eine Nachricht an sein früheres Ich gesendet, um Mayuris Tod zu verhindern, und ist dadurch in die Beta-Weltlinie zurückgekehrt.
Suzuhas Zeitreisen aus dem Original: Sie kommt aus 2036, dem Zeitpunkt des dritten Weltkriegs.
Hououin Kyouma: Der Spitzname, den Okabe sich gegeben hat, symbolisiert seine Wissenschaftler-Persona, die er hier aufgegeben hat.
Episode
Tiefenanalyse und Fakten
Die Beta-Weltlinie: Warum Okabe aufgehört hat
Erklärung der Ausgangslage in Steins;Gate 0 und was es bedeutet, in der Beta-Weltlinie gefangen zu sein.
Steins;Gate 0 setzt unmittelbar nach dem tragischsten Moment der Original-Serie an. Okabe Rintaro hat alles versucht: Hunderte von Zeitsprüngen, Dutzende von D-Mails, endloser Schmerz. Das Ergebnis war immer dasselbe. Die Welt teilt sich in zwei Attraktorfelder auf: Im Alpha-Feld (Divergenz unter 1,000000) übernimmt SERN die Weltherrschaft durch Zeitreise-Monopol. Im Beta-Feld (Divergenz über 1,000000) wird Kurisus Zeitmaschinen-Theorie durch ihren Vater Nakabachi veröffentlicht, löst das globale militärische Wettrüsten aus und führt zum dritten Weltkrieg 2036. Okabe kennt dieses Schicksal durch seinen Reading Steiner, die Fähigkeit, Erinnerungen über Weltlinien-Wechsel hinweg zu behalten. Er hat erkannt, dass er zwischen beiden Katastrophen wählen muss: Entweder lässt er Mayuri sterben (Alpha) oder er lässt Kurisu sterben (Beta). Er hat sich für Beta entschieden, weil Mayuri im Labor ist, weil er Mayuri beschützen kann. Die Entscheidung hat ihn psychisch gebrochen. Steins;Gate 0 fragt: Was passiert mit einem Menschen, der Millionen zum Sterben verurteilt hat, weil er eine Freundin nicht verlieren wollte?
Das Amadeus-System: Kurisu als KI
Technische und emotionale Erklärung des Amadeus-Projekts, wie es funktioniert und warum es für Okabe so gefährlich ist.
Amadeus ist ein Projekt der Viktor-Chondria-Universität unter Leitung von Professor Alexis Leskinen und seiner Assistentin Hiyajo Maho. Das System basiert auf einer Methode, die Kurisu Makise selbst theoretisch entwickelt hatte: Gehirnwellen und Erinnerungsmuster lassen sich erfassen und in einem Computersystem rekonstruieren, das dann eigenständig denkt, antwortet und auf neue Informationen reagiert. Im Fall von Kurisu wurden ihre Daten vor ihrer Japan-Reise hochgeladen. Das bedeutet: Amadeus enthält alles, was Kurisu bis dahin war, ihre Persönlichkeit, ihre Ansichten, ihre Sprechmuster, ihre Reaktionsmuster. Aber sie enthält nicht die Erfahrungen in Japan, nicht Okabe, nicht die Zeitmaschine, nicht den Tod. Das Paradoxon für Okabe: Er kann mit einer Version von Kurisu sprechen, die ihn nicht kennt. Für ihn ist es wie ein Echo aus einer Vergangenheit vor dem Schmerz. Er kann ihr Dinge erklären, die sie nie erlebt hat. Er kann 'Christina' zu ihr sagen und sie reagiert identisch. Aber es ist nicht sie. Maho sieht das Problem sofort: Okabe verwendet Amadeus als Betrauungs-Surrogat, und das kann nur in einer psychologischen Katastrophe enden.
Okabes psychischer Zustand: Dissoziierung und Überlebensschuld
Psychologische Analyse von Okabes Verfassung am Beginn von Steins;Gate 0.
Die erste Episode zeigt Okabe in einem Zustand klinischer Dissoziation. Er hat die Persona des Wahnsinnigen Wissenschaftlers Hououin Kyouma aufgegeben, weil diese Persona Handlung verlangt, Vision, das Gefühl, die Welt verändern zu können. Okabe kann das nicht mehr aufrechterhalten. Er geht zur Hypnotherapie, sucht Wege, traumatische Erinnerungen zu unterdrücken, statt sie zu verarbeiten. Er meidet das Labor, weil dort die Zeitmaschine steht, weil dort die Erinnerungen verdichtet sind. Die Überlebensschuld ist komplex: Er schuldigt sich nicht dafür, Kurisu sterben gelassen zu haben, sondern dafür, dass er es gewollt hat, in dem Sinne, dass er die Entscheidung Mayuri zu wählen aktiv getroffen hat. Er trägt außerdem die Last des Reading Steiners: Er weiß von Zukunften, die kein Mensch wissen sollte. Er weiß, dass 2036 der dritte Weltkrieg ausbrach. Er weiß, dass Millionen sterben werden. Und er hat sich entschieden, es zu lassen. Suzuhas Konfrontation auf dem Dach trifft genau diese Wunde: Sie sagt nicht 'Du kannst die Welt retten', sie sagt 'Du hast entschieden, es nicht zu tun'. Das ist ein anderer Vorwurf.
Leskinen: Der freundliche Professor und erste Alarmzeichen
Leskinens Einführung und subtile Signale, die auf seinen späteren Antagonismus hinweisen.
Alexis Leskinen tritt in Episode 1 als herzlicher, enthusiastischer Wissenschaftler auf, der große Gesten macht, laut lacht und Okabe sofort sympatisch findet. Aber bereits in der Einführungs-Szene gibt es Momente, die nicht ganz stimmen: Sein Interesse an Okabe wird zu schnell zu intensiv. Als er erfährt, dass Okabe Kurisu persönlich kannte, wechselt sein Ausdruck für einen kurzen Moment, bevor das breite Lächeln zurückkehrt. Im Universum von Steins;Gate bedeutet das, dass Leskinen einen Nutzen für Okabe sieht, der über das rein Wissenschaftliche hinausgeht. Maho selbst nennt ihn ein 'großes Kind', was sein Verhalten erklären soll, aber die Charakterisierung ist ambivalent: Große Kinder haben keine Hemmungen. Sie wollen, was sie wollen, ohne über Konsequenzen nachzudenken. In Leskinens Fall ist das die Amadeus-Technologie, und er ist bereit, sehr weit zu gehen, um sie voranzutreiben.
Visuelles Design und Inszenierung: Ein anderes Steins;Gate
Wie Regisseur Kawamura die visuelle Sprache der Serie gegenüber dem Original verändert hat.
Episode 1 von Steins;Gate 0 unterscheidet sich visuell deutlich vom Original. Die Farbpalette ist kühler, entsättigter. Dort wo das Original warme Okiha-Töne verwendete, arbeitet Steins;Gate 0 mit Blau-Grau-Abstufungen. Das Labor Erde sieht verwaist aus, weniger lebendig, mit mehr Schatten. Okabe selbst ist anders gezeichnet: ruhiger in den Bewegungen, weniger expressiv im Gesicht. Die Konferenzszene nutzt weite Einstellungen, die Okabe klein wirken lassen in einer Umgebung, die ihm fremd ist. Dann der Schock: Die Stimme aus dem Smartphone, die letzte Einstellung der Episode, nutzt einen langen Fade-to-Black, der den Zuschauer genauso im Ungewissen lässt wie Okabe. Regisseur Kawamura sagte in einem Interview, er wollte von Anfang an deutlich machen, dass dies kein Spin-off ist, sondern ein anderes Ergebnis derselben Geschichte, was von der ersten Minute an visuell spürbar sein soll.
Episode 1 verwendet 'Amadeus' von Kanako Itō als Opening-Theme statt des Serien-Standards 'Fatima'.
Alle anderen Episoden von Steins;Gate 0 verwenden 'Fatima' von Kanako Itō als reguläres Opening. Die erste Episode macht eine bewusste Ausnahme und verwendet 'Amadeus', den Theme-Song, der das KI-System in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wird dem Zuschauer sofort klar, worum es in der Serie im Kern geht.
Die Episode spielt sechs Monate nach dem Ende der ersten Steins;Gate-Anime-Serie, auf der Beta-Weltlinie mit einem Divergenzwert über 1,000000.
Im letzten Akt von Steins;Gate (Anime) schickt Okabe eine Nachricht in die Vergangenheit an sich selbst und kehrt in die Beta-Weltlinie zurück, in der Kurisu stirbt. Steins;Gate 0 setzt genau hier an, sechs Monate später, ohne dass Okabe in der Zwischenzeit irgendetwas unternommen hat, die Situation zu ändern.
Kurisus Erinnerungsdaten für Amadeus wurden vor ihrer Japan-Reise im März 2010 hochgeladen, was erklärt, warum Amadeus Okabe nicht kennt.
Das ist ein zentrales Serienkonzept: Amadeus enthält Kurisus Persönlichkeit und Erinnerungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt. Alles danach, inklusive der Begegnung mit Okabe, dem Bau der Zeitmaschine und ihrem Tod, ist nicht enthalten. Okabe ist für Amadeus ein Fremder.
Kenichi Kawamura führte persönlich Regie bei Episode 1 und Episode 23, den rahmenden Episoden der Serie.
Bei Anime-Serien übernimmt der Gesamtregisseur oft nur ausgewählte Schlüsselepisoden direkt, während andere Episoden an Einsatzregisseure delegiert werden. Kawamuras direkte Übernahme von Folge 1 und der Finalfolge 23 betont den strukturellen Rahmen der Serie.
Die Beta-Weltlinie führt zwangsläufig zum dritten Weltkrieg, weil Kurisus gestohlene Zeitmaschinen-Theorie veröffentlicht wird.
Nakabachi, Kurisus Vater, stiehlt ihr Forschungspapier über Zeitreisen und veröffentlicht es. Dieser Akt, kombiniert mit den politischen Spannungen des frühen 21. Jahrhunderts, löst ein Wettrüsten um Zeitreise-Technologie aus. Der Krieg, der 2036 beginnt, tötet Milliarden. Suzuha kommt aus dieser Zukunft und versucht, sie zu verhindern.
Das echte Amadeus-KI-Projekt wurde von MAGES, Dwango und NTT Media Intelligence Laboratories ins Leben gerufen, um eine tatsächlich interaktive Kurisu-KI zu entwickeln.
Nach dem Erscheinen des Spiels und des Animes starteten die beteiligten Unternehmen ein reales Forschungsprojekt, das auf den Ideen der Serie basiert. Nutzer sollten über Konversationsdaten zur Entwicklung beitragen, vergleichbar mit dem Crowd-sourced Memory-Training im fiktiven Amadeus.
Episode 1 verwendet ausnahmsweise 'Amadeus' von Kanako Itō als Opening-Theme statt des regulären 'Fatima', um den zentralen Stellenwert der KI zu betonen.
Regisseur Kenichi Kawamura übernahm persönlich Regie für Episode 1 und Episode 23, Beginn und Schluss der Serie.
Die Konferenzszene ist inhaltlich an die Visual-Novel-Route 'Maho Ending' angelehnt, wo Okabe Maho auf derselben Konferenz trifft.
Jukki Hanada schrieb das Drehbuch für Steins;Gate 0 ebenso wie für die erste Anime-Adaption.
Der Untertitel 'Absolute Zero' verweist auf den absoluten Nullpunkt: den Zustand, in dem alle thermische Bewegung aufhört, ein Bild für Okabes erstarrtes Leben ohne Kurisu.